Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457220
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"Eine Farbe ist ja nur relativ falsch oder zu warm oder 
zu kalt. (Mein Kopf hatte durch das Warme Darüber- 
lasieren ein lederfarbenes Aussehen bekommen.) Wenn 
ich in die Umgebung der Augen ein volleres Gelbbraun 
(gebrannte grüne Erde) brächte, so würde die Wange 
wieder kalt rosagrauer erscheinen; dann müsse ich in die 
Augenlider etwas Rot (caput mortuum) bringen und hätte 
dann (in den Backen) immer noch Farbenmittel, das Bild 
weiter zu bringen. Man könne einen Kopf auch mit 
schwächeren Farbenmitteln fertig machen, nur müssten die 
Verhältnisse von XNärme des Schattens und Kälte des 
Lichts, die Verhältnisse der verschiedenen Schatten und 
Lichter sowie die Unterschiede der Lokalfarben beobachtet 
sein. Wir malen ja immer nur relativ zu den anderen 
Sachen im Bilde, und setzen wir z. B. die Unterschiede 
der Natur von 1-100 und unsere Farbenmittel von 4-60, 
so können wir uns eben so gut auch von 45-55 wie von 
40-50 oder von 50-60 bewegen. 
August 
Böcklin meinte beim Kopf der Michelina: Diese Art 
zu malen sei die allein richtige. Der Correggio in 
der Galerie Borghese (die Danae) sei ebenfalls in der 
Weise gemalt, indem Correggio auf einem neutralen 
Grund mit möglichst schwachen Farben- und Lichtuntcr- 
schieden begonnen und sie nach und nach verstärkt 
hätte. Um den oberen Teil weich erscheinen zu lassen, 
bringt "er an dem Bett jenen tiefschwarzen oder dunkel-
        

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