Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457215
i. 
o4 
Nicht der Reichtum des Schmuckes liefse seine Frau 
vornehm erscheinen, sondern die geschmackvolle Wahl. Eine 
Schustersfrau würde, wenn sie z. B. eine kleine dicke Person 
ist, sich vielleicht mit einer kolossalen Broche schmücken, 
in der Meinung, ihren grofsen Kopf dadurch klein er- 
scheinen zu lassen ; umgekehrt aber erscheint sie selbst da- 
durchnurkürzer undihrKopfnurgröfser. Wenn man zu einem 
grofsen Kopf eine grofse Broche, Rose oder dergleichen 
bringt, so mifst der Beschauer die Gesichtsteile damit 
und mufs sich dann erst gerade sagen: Ist das eine grofse 
Nase, ein langer Mund! Eine geschmackvolle feine Frau 
wird aber allen grofsen Schmuck in der Nähe des Gesichts 
vermeiden, sich vielleicht an die Achsel Bänder heften 
und suchen zu ihrem grofsen Kopf auch ihre Büste grofs 
und einfach erscheinen zu lassen. Mein Porträt wirke 
trotz der feinen Stoffe doch bäurisch. Zwecklosigkeit. 
im Putz wirke immer bäurisch! Bei feineren Menschen, 
sowie bei einem künstlerischen Porträt mufs das Geringste 
zum Heben des Ganzen beabsichtigt und notwendig sein. 
August 
darüber, 
Böcklin sprach 
behandeln hätte. 
wie 
ich 
Michelinas Kopf zu 
S0, wie man vom Licht an mit dicker Farbe, allmäh- 
lich schwächer werdend, in den Schatten hineinmodelliert 
 so müsse man hernach umgekehrt mit dem warmen, 
bräunlich (lasierten) Schattenton, allmählich schwächer 
werdend, bis ins Licht hinein modellieren und dann an 
Stellen, WO es nötig ist, mit Lokalfarben hineingehen.
        

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