Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457202
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dies ebenfalls eine unvollständige Harmonie und sagte, 
es gehele mir, Weil es eben als starke Farbe den Grund 
und das Fleisch dämmerig grau mache. In der Beziehung 
wirke auch jede andere Farbe harmonisch, z. B. Michelinens 
blaugrüner Schleier, besser schon ihre blauviolette Jacke. 
Ich wählte darauf dunkelvioletten Sammet, der auch Böcklin 
sehr gefiel.  
August 
Ich hatte Michelin en violette Tragbänder zum dunkel- 
roten Mieder gemalt, die aber gegen den Grund nicht 
genug sprachen. Das Hellrot, mit dem ich sie nachher 
malte, sprach mehr, doch Böcklin tadelt, dafs ich schon 
reine Farben in das Bild brächte, Welches sich doch immer 
noch fast in Grau bewege. Auch dazu wäre es noch zu 
früh, in eine Sternborte oder dergleichen einzugehen. 
Ausserdem dürfe der Blick nur auf der Hand und dem 
Gesicht ruhen und dürfe von anderen Sachen nicht gefesselt 
werden. Besonders müsse es aber zwischen Hand und 
Kopf recht einfach sein. Ich liefs drauf die Tragbänder 
ganz fort, da gefiel es Böcklin noch besser. Eine Gold- 
schnur im Haar wiederholte zu sehr das Linienhafte der 
Kleidung. Ein Kranz schien ihm ganz unpassend. Vor allen 
Dingen riet mir Böcklin, die hinteren Haarpartien (unter 
den Ohren) fortzulassen, da sie zu sehr gleiche Gröfse 
mit der Nase hätten. Denn wenn etwas gleich Grofses 
neben den Gesichtsteilen steht, mifst man diese damit. 
Böcklin wiederholte, was er schon mehrmals gesagt, 
dafs man den Geschmack für das Schmücken bilden müsse.
        

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