Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457156
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August 
Auf Böcklins Rat versuchte ich für das Porträt, das 
ich nach Michelina malen wollte, eine skizzierte An- 
ordnung zu entwerfen. Er bemerkte dazu: 
Man dürfe nur eine solche Stellung malen, die sich im 
Bilde selbst erkläre, nicht Aufstützungen oder dergleichen, 
deren Erklärung ausserhalb des Bildes liege. 
Nicht einmal das Sitzen würde sich im Brustbilde 
erklären. Keine Verschiebung der Schulter  nur per- 
spektivische. Die Haltung mufs einen einfach klaren 
Schwung haben. Keine gebrochene Mittellinie. 
Als ich zu meinem Entwurf bemerkte, ich hätte sie 
halbentkleidet, vielleicht vor dem Bade sinnend vor sich 
hinsehend gedacht, antwortete Böcklin: D er Maler soll 
sich nichts dabei denken, sondern nur seinem male- 
rischen Eindruck nachgehen. Dieses Sich-dabei-denken 
hätten die Kunstgelehrten aufgebracht. 
Auch solle ich beim Beginn nicht an Farbe, sondern 
nur an Lichtwirkung denken. 
August 
Böcklin notierte für mich nachstehende Bemerkungen 
und Folgerungen. Es sind Erfahrungen und Beobachtungen, 
die er vor Skulpturen, Bildern und in der Natur gemacht, 
indem er sich immer fragte, Woher kommt es, dal's diese 
Sache mir solchen Eindruck macht: 
Das Niedliche kann nicht grosse Massen haben, sonst 
hört es auf, niedlich zu sein. Grosse Massen sind ernst. 
 Ein lächelndes Gesicht Wirkt unharmonisch zu grofser
        

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