Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457148
127 
Böcklin überzeugte mich aber schliefslich, dafs die Lokali- 
tät des Bildes zu Anbeginn nicht genügend durchdacht 
gewesen und dafs jetzt schwer etwas daraus zu machen 
Sei. S0 habe ich denn das Bild lieber ganz aufgesteckt, 
zumal auch durch das viele Probieren und Aendern die 
Oberfläche sehr uneben geworden war. 
Die zum Stu die nkopfgrundierte Bildfläche veranlafste 
er mich, noch einmal mit grüner Erde zu übergehen, WO- 
durch der Grund schon viel gleichmässiger wurde. Das 
Verteilen der Farbe bewirkte ich durch Schlagen mit dem 
Ballen der Hand. Je öfter ich darüber ginge, desto gleich- 
mäfsiger Würde die Grundierung; da grüne Erde Wenig 
dunkler als der Grund sei, und da dieser immer als lasierter 
Ton wirke, brauche ich nicht zu befürchten, dafs er je 
Zu glatt aussehen würde. 
Auf solch mühsam vorbereiteten Grund malt man 
von vornherein gleich viel aufmerksamer und vorsichtiger, 
Man müsse alles, was man male, stets zum Grund stimmen, 
d. h. auf meinem Grund müsse ich das Fleisch so lange 
stimmen, bis es mir den Eindruck des Fleischtons meines 
Modelles mache. 
Tintoretto habe auf einem dunkelroten Grund meist 
lasierend gemalt und nur die Lichter sehr fett aufge- 
tragen, daher sind jene Lasuren schwarz geworden, diese. 
grell und unvermittelt stehen geblieben. 
Wenn man auf eine plastisch runde Wirkung aus- 
geht, ist dunkler oder wenigstens grauer Grund unent- 
behrlich.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.