Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457111
124 
ri s ch en E ffekt ausgehen, sondern stets von der Sache 
selbst und darauf achten, dafs diese zur klaren natur- 
gemässen Erscheinung komme. Beim Versemachen 
(Dichten vielmehr) würde man gewifs nicht vom Aeusser- 
liehen, dem Versfufs und dgl. ausgehen, sondern zusehen, 
0b dieser zur Idee pafst oder nicht. 
13. Juli 66. 
Ich habe heute das rote Kleid gemalt. An der Bank 
mufsten sich senkrechte Falten bilden, wodurch die Länge 
des unteren Umrisses, die immer störend War, gemildert 
wurde und das Sitzen mehr Halt bekam. Das rechte Bein 
mufste etwas schräg nach hinten gestellt erscheinen, was 
dadurch bewirkt wurde, dafs die Falten frei davor herunter- 
helen. Das weifse Gewand mit senkrechten Falten konnte 
oder mufste vielmehr jetzt fortfallen, da ich die senkrechten 
jetzt im Obergewand hatte. 
15. ]uli 66. 
Ich hatte bei der fernen Baumgruppe neben dem 
Palast zu sehr die kreuzenden Stämme sehen lassen. Böcklin 
fand den krummen Baum zwar leidlich gelungen, meinte 
aber, im Ganzen sei die Gruppe zu pathetisch. Wenn 
ich die mittlere Masse mehr vereinigen würde und nur 
den rechten Baum leicht liefse, so würde die ganze Gruppe 
einfacher und melancholischer wirken. Der langgestreckte 
Mittelpunkt, der immer zu lang und langweilig erschien, 
würde dadurch in ein angenehmes Verhältnis gebracht, 
dafs das Gebirge rechts von der Figur zum nahen Hügel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.