Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457061
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verschwindet dieser ganz, und nur die 
laufenden Zettelfädeil sind sichtbar. 
dicht nebeneinander- 
Beim scharfen Um- 
biegen aber öffnen sich diese und lassen 
räumen den anderen Iraden sehen. 
in 
den 
Zwischen- 
Juli 
Böcklin riet mir, dem Kleide der Prinzessin schwefelgelbe 
Töne zu geben und zwar die Schatten erst noch grau zu 
lassen und nur die hohen Glanzlichter gelb zu machen; 
diese starken Unterschiede würden beim Zusammenlasieren 
des 
Bildes schon verschwinden. 
Wenn 
ich in dieses Kleid 
Schwefelgelb bringe, so hätte ich viel sprechendere Gegen- 
sätze im Bilde: Weifs und Schwarz, Rot, das stärker 
werden mufs, und kalt Gelb. Und diese starken Farben 
machen dann auch wieder die grauen Töne fein in ihren 
Unterschieden und das Fleisch weich, dämmrig zart und 
unbestimmbar, wozu auch der harte Licht- und Schatten- 
wechsel beiträgt. 
Böcklin fand mein Bild fortgeschritten. Obwohl ich 
fast alle Farben her-abgestimmt, hätte ich doch zwischen 
Weifs und Schwarz und Gelb und Rot einen viel gröfseren 
Tonumfang gewonnen, in welchem ich mich nun viel 
freier und wirksamer bewegen könne. Ich äufserte, ich 
hätte in den Anschauungen wenigstens Fortschritte gemacht 
und glaube, das Bild nun naturwahrer zu Ende führen zu 
können, während ich sonst in zu starke Farben und dabei 
in Allgemeinheiten gekommen wäre, indem ich beim Ar- 
beiten stets zu sehr an alte Bilder gedacht hätte.
        

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