Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457033
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Die manieristischen Nazarener machen es nach einer 
alten Tradition von Rafael u. a. her von Anbeginn so, dafs 
sie eine kleine Ferne mit zarten Bäumen neben Figuren 
stellen, Weil die Figuren dadurch grofs werden. Es ist 
aber nicht ratsam, dies als Prinzip zu brauchen. Es mufs 
sich dies stets nach dem Wesen des Bildes richten. Man 
erstaunt oft selbst, wie ein Bild so eine ganz veränderte 
Gestalt bekommt. Auf jeden Fall aber ist es zum Vor- 
teil des Bildes, wenn es durch die Hauptsache bedingt 
worden ist. 
I8. Juni 66. 
Böcklin riet mir, der Prinzefs ein weil's und goldenes 
Kleid zu geben. Als ich Widerstrebte und den Kopf vorm 
Dunkel mehr als einzelne Helligkeit bewahren Wollte, meinte 
er, es käme ja darauf nicht an, und ein solches Mittel 
steigere die Bedeutung des Kopfes nicht. Viel wirksamer 
Wäre es, wenn in der Nähe Härten stehen, die den Kopf 
Weich und fleischig erscheinen lassen. Auf das Auge 
des Beschauers Wirkt nur psychologisches Interesse, und 
das müsse man stets im Auge haben. 
Juni 
Meine Figur sei zu tief geschürzt, das mache sie 
modern. Die Griechinnen (Diana u. a.) schürzten sich 
zweimal: erstens hätten sie ein kurzes Hemdchen gehabt, 
ohne Aermel, das unter der Brust geschürzt war, zweitens 
das Obergewand, das in der Gürtelgegend durch ein 
Schurzband gehalten war, durch welches beim Aufschürzen 
das Kleid hochgezogen wurde.
        

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