Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456985
Böcklin sagte, bei Formello habe er Brombeerranken 
angeschaut und gefunden, dafs er sie in seinem Bilde 
ganz richtig gemalt, auch habe er beobachtet, dafs aus 
dem großen Wirrwarr einzelne Ranken und Blätter präcis 
hervortreten. Ich bemerkte: Wirrwarr könnte man doch 
nicht malen, das nähme ja dem Bilde die Ruhe. Böcklin 
meinte darauf: Ja, wo er nicht hingehört. Es sind immer 
gewisse Punkte im Bilde, WO der Blick ruhig weilen mufs, 
und wo man durch ruhige klare Zeichnung den Blick 
fesseln mufs. Ueber andere Stellen mufs er durch Leer- 
heit oder durch Wirrwarr, worauf das 
kann, schnell fortgelcitet werden. 
Auge 
nicht 
weilen 
Zusatz 
(datiert 
VOfIl 
August) 3 
Dieses Brombeergebüsch hat Böcklin auf dem kalt- 
grünen Grund so angefangen, dafs er erst graugrüne 
Schattentöne darauf schummerte. Dann hat er mit Dunkel- 
grau (ohne Weifs) die Tiefen unbestimmt hineineingesetzt 
und mit Violettgrau das Licht "unbestimmt aufgesetzt und 
so nach und nach den Busch immer schärfer in Zeichnung 
und Plastik herausgebildet. 
August 
Gunkel wünschte, dafs die Pflanzen nicht das Stand- 
bein, sondern eher das andere bedeckten, auch schienen 
ihm die Lattichblätter zu grofs. Böcklin bewies ihm aber, 
dafs er alle Pllanzen um die Figur eher zu klein gemacht 
hätte. Lattich und Pflanzen in natürlichem Verhältnis 
würden 
hier 
vielleicht 
ZU 
deäg 
Wirken.
        

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