Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456970
IIO 
kennen, um bestimmt den 
Fehler zu verbessern ist. 
Weg 
anzugeben, 
wie 
ein 
S0 hatte ihm Ludwig geraten, den Schatten der- 
Figur dunkler, das Licht heller zu machen. Dadurch, 
sagte Böcklin, würde er das ganze Bild zerstören, denn 
die Haupttiefe würde dadurch flau gemacht, etc. 
Ein anderes Mal wurde ihm vorgeschlagen, den Boden 
hell herausgeben zu lassen. Das wäre ebenso grundfalsch, 
denn die Haupttiefe des Bildes, die jetzt farbig grün wirkt, 
würde durch Gegenstellung eines helleren Terrains nur 
noch als Schwarz wirken. Um solche Dunkelheit farbig 
Wirken zu lassen, müssen die umgebenden Töne wenig 
heller gehalten werden und sich in unterschiedenen und 
mäfsigeren Farben bewegen. Daher bei aller Tiefe die 
Farbigkeit und Leuchtkraft alter Bilder, z. B. Rembrandts. 
Auch Piloty hat ihm als Prinzip octroyieren wollen: 
um plastische Wirkung zu erzielen, müsse der Vorder- 
grund hell herausgeben. Böcklin überzeugte ihn aber durch 
die That, dafs eine dunkle Lokalfarbe doch licht wirken 
könne und plastisch vorkäme, wenn nur die Schatten 
scharf und kräftig seien. 
In den lichten Teil seiner Felswand malte B_öcklin 
schräge Felsrisse, die anfangs etwas störend wirkten, nach- 
her aber vollkommen ihren Zweck erfüllten, als er violett- 
braune Brombeerranken darüber gemalt hatte. Ohne diese 
Risse nämlich würde die Wand nur als duftig grauer 
körperloser Ton wirken. So aber hätte man durch die 
hindurchscheinenden Risse das Gefühl des perspektivischen 
Hineingehens der Felswand und das des Körperhaften.
        

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