Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456963
109 
Der Leichnam darf nicht Ekel erregen, aber nur 
eine gewisse Wahrheit wirkt ergreifend. 
Wie Böcklin diese Skizze gezeichnet, so müsse er sie 
auch malen, d. h. auf einen blaugrauen, etwas dunkleren 
Grund; und das Bild müsse sich in derselbenNVeise entwickeln. 
Ueberhaupt müsse man so zeichnen, wie malen, und 
so malen, wie zeichnen. Von dem Eindruck, der ihm 
bei seinem Entwurf vorschwebte und der ihn leitete, 
sagte er, es sei der Eindruck des wehmütigen Friedens 
in den Zügen eines edlen Toten. 
Benouville, der Böcklin heute besuchte, entmutigte 
ihn anfangs sehr durch sein Mäkeln. S0 tadelte er beim 
Dichter: er müsse breitere Schultern und einen längeren 
Hals haben. 
Böcklin aber meinte, Petrarca sei ein gedrungener 
Mann gewesen, und da er sich im Kopf an Petrarca 
gehalten, müsse auch die Gestalt diesen Charakter haben. 
Er habe sich (da jeder unbewufst seine eigene Proportion 
in die darzustellende Figur bringt), dazu zwingen müssen, 
sie so zu machen, um ihr ein charakteristisches Aussehen 
Zu geben. 
Man müsse sich durch das Korrigieren Anderer nicht 
beeinflussen lassen, aufser, wenn sie durch ihr Können 
Weit über Einem stehen, und auch dann könnten sie fast 
nur sagen, es macht auf mich diesen oder jenen Eindruck. 
Ein Anderer kann unmöglich die Mittel eines Bildes so
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.