Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456953
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zu gehen, die Tiefen unter dem Wasserfall zu verstärken 
und die Lorbeerbäume frischer und wirksamer hervor- 
zuheben. Was solche Konsequenzen hat, sei immer richtig. 
August 
Böcklin hat sein Miserere weiter gebildet. Der erste 
Entwurf mit drei Lampen machte ihm zu sehr den 
Eindruck, wie die Totenfeier eines Helden. Er hat jetzt 
nur eine Lampe beigegeben und das Ganze fast ärmlich 
gehalten. Der Entwurf ist auf blaues Papier mit Kohle 
gezeichnet, die bräunlich violett darauf aussieht. Auch 
die obere Schattenfläche ist damit angerieben. Die Lampe 
dunkel mit leuchtend roter Flamme, damit das Uebrige 
matt wirkt. Den Christus-Körper hatte er von dem 
Leichentuch (mit etwas weifser Kreide) durch einen gelb- 
grauen Ton gesondert. 
Das Auge soll zuerst in die Flamme sehen und 
dann, fast davon geblendet, auf den Kopf des Christus, 
der im Gegensatz dazu nur noch leichenhafter aussehen wird. 
WBöcklin sprach noch viel von der Leichenstarre, dafs 
diese bei Kindern schon drei Stunden nach dem Tode, 
bei Erwachsenen schon 5-6 Stunden nach dem Tode 
eintrete. Darum müsse er auch dem Christus etwas hoch- 
gezogene Schultern geben, sowie die Hände etwas steif 
in der Stellung malen, wie sie ans Kreuz geheftet waren, 
und nicht schlaff fallend. 
Die natürliche Lage der Beine ist etwas geknickt; 
kostet Muskelanstrengung, sie ganz zu strecken.
        

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