Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456854
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schräge perspektivische 
ausspricht. 
Hineingehen 
der 
Felswand 
mehr- 
13. August 66. 
Böcklin hatte sich Krapp gerieben, der eine wunder- 
volle Tiefe hatte (Geschenk eines römischen Beamten, der" 
früher Architekt war, jetzt Sekretär). Der Krapp wird durch. 
Alaun gereinigt, mit dem er eine lackartige Verbindung 
eingeht. Nach dem Trocknen krümliche Krystalle. Es. 
gilt nun, den Alaun so herauszuziehen, dal's der blofse 
staubartige Farbstoff übrig bleibt (Qualität wie Waschblau- 
Stückchen). Der Möwessche Krapp, der als bester im Handel 
gilt, ist hell dagegen. 
Cochenillc oder Karmin wird durch die Oelsäure zer- 
stört, giebt aber mit Kopaiva. einen haltbaren Lack. Als. 
Färbestoff soll er nur in Wolle halten. 
Scharlach wird aus Cochenille gewonnen, Purpur wurde 
im Altertum aus der Purpurschnecke gewonnen. Sonderbar, 
dafs sie jetzt gar nicht mehr gefischt wird. Sie ist uns 
nur aus der Naturgeschichte bekannt. Man hüte sich, Bleis 
und-Schwefelfarben zu mischen; also nicht: Zinnober oder 
Ultramarin, gelb oder blau, auch nicht Chromgelb mit 
Neapelgelb oder Bleiweifs. 
Gelber Ultramarin ist chromsaurer Baryt (kein Ultram) 
und darum nicht zu empfehlen._ Hellgrünen und dunkel- 
grünen Zinnober wendet Böcklin nicht an, weil sie nach 
kurzer Zeit ganz tot und matt Werden. Sie sind stets ge- 
mischte Farben (oft Chrom und Berlinerblau), was daraus 
hervorgeht, dafs sie aus jeder Fabrik einen anderen Ton 
haben. 
        

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