Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456777
Tin t 0 r etto habe auf einem dunkelroten Grund meist 
lasierend gemalt und die Lichter, um sie Wirksam zu 
machen, meistens fett aufgetragen. Daher sind alle 
lasierten Stellen fast schwarz geworden und die Lichter 
allein grell und unvermittelt stehen geblieben. 
Böcklin nannte ihn bei all seinem Talent einen rohen 
Schmierer. Die älteren Maler von Giotto bis Leonardo 
haben meistens auf einem weifsen Grund gemalt. Man 
mufs dann wie mit Aquarell verfahren (tuschend nämlich). 
Alle jene Maler haben aber infolgedessen auch gar keine 
Relieferscheinung des Bildes anstreben können. Wenn 
man auf eine plastisch runde Wirkung ausgeht, ist dunkler 
oder Wenigstens grauer Grund unentbehrlich. 
Sonderbar, dal's von den Altdeutschen eigentlich 
Dürer allein farblos ist, während die Bilder von Wohl- 
gemuth, Schön, Griinewald (zu Colmar)und besonders 
Holbein prächtig in der Farbe sind. Der Einflufs der 
Reformation ist Grund, dafs nach diesen Meistern die 
Kunst ganz ausstirbt.  
Holbein hat meistens auf einen ganz dunkeln Grund 
seine Bilder gestimmt. 
Schade, dafs sich von der Kunst jener Meister, be- 
sonders von der Kölnischen Schule keine Schrift er- 
halten hat.  Heutzutage wagt man garnicht, ein Bild 
bis zu einer so freudigen Farbenerscheinung zu steigern. 
Die Kenntnis vieler Farben ist auch verloren gegangen, 
so die des schönen Schwarz (unser bestes Schwarz ist 
Velinschwarz) und die des prächtigen Gelb und Violett. 
Letzteres hatte Böcklin einmal annähernd als violetten
        

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