Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456694
entwickelt, und einer, der zu Sentimentalität und Idealis- 
mus neigt, sollte gerade ein nüchtern bewufstes, natura- 
listisches Studium einschlagen. 
Man müsse durch stetes Studium und Beobachten den 
Geist rege und beweglich halten, und müsse suchen, alle 
Anlagen zu entwickeln, die die Natur in einen gelegt hat, 
ohne Furcht, sich durch zu grofse Vielseitigkeit zu zer- 
stückeln. Im Eins eitigen kann nie rechte Tüchtigkeit 
liegen. 
 Böcklin behauptet, man könne sich in jedem Ort der 
Welt, natürlich auch in Deutschland, weiterbilden und 
Schönes schaffen. Man müsse nur nicht seine Ideen in 
die Natur hineintragen wollen, sondern sich von der Gegend 
selbst anregen lassen. Im anderen Falle könne man viel- 
leicht die ganze Welt durchreisen und doch nichts Passendes 
finden. Wieviel Deutschland anregen kann, das könne man 
aus den deutschen Bildern, wie aus H o lb ein und anderen 
erkennen. 
ä: 
Bezüglich der Vielseitigkeit der alten Meister meinte 
Böcklin, dal's deren Streben Wohl ein tüchtiges gewesen. 
Unsere Zeit stelle, aber viel gröfsere Anforderungen, und 
obwohl unsere Kunst viel unklarer ist, so liegt doch jene 
Zeit wie eine Kinderzeit der Kunst hinter uns, und das 
Meiste, was Leonardo da Vinci in Festungsbau und Schön- 
bau, in Musik, Dichtkunst", Mathematik, Perspektive etc., 
und sogar vieles, was er in der Malerei geleistet hat, ist 
für unsere Zeit unbrauchbar geworden. Jene harte 
Modellierung (er war eigentlich der Erfinder der Modellierung),
        

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