Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454505
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VIII. 
Versuche 
Enkaustik. 
antiker 
(im Todesjahre des Meisters) im Glaspalast ausgestellt, 
und soviel ich mich entsinne, ist Leuchtkraft und 
Erhaltung des Bildes tadellos. 
Von weiterenWerken in der Enkaustik des Sappho- 
bildes, d. h. mit heiss aufgetragenen und mit erwärmten 
Instrumenten verarbeiteten Farben, erfahren wir aus 
Schick nichts. Allerdings erwähnt dieser den im Besitz 
des Ratsherrn Imhof befindlichen „Studienkopf 
eines Italieners" (S. 237) als in „reiner En- 
kaustik" gemalt; aber nach der Beschreibung des 
angewandten technischen Verfahrens (Schick, S. 242; 
s. oben S. 74.) haben wir es hier mit einem in Harz- 
farben gemalten und mit Terpentinwachs gefirnisten 
Bilde zu tun. Diesen Ueberzug erwärmte Böcklin, 
um das Harz mit dem Wachs zu einer härteren Sub- 
stanz zu vereinigen und wiederholte die Prozedur ein 
zweites Mal. Deshalb bezeichnete er das Bild wohl 
als „reine Enkaustik". Auch der mehrfach erwähnte 
"Kopf seiner Frau" (Schick, S. 59) ist als „enkaustischer 
Versuch" angeführt, weil bei diesem Bilde das Wachs 
durch Erwärmen "eingebrannt" wurde; und ähn- 
lich mag es sich mit dem zweiten Bilde bei Imhoff 
verhalten haben, das eine "Landschaft aus dem 
Sab in e rge birge" darstellte. Schick berichtet(S. 237): 
„Es wurde in Rom in Wachsfarben gemalt." 
Wie es scheint, hat Böcklin unter seinen „en- 
kaustischen Versuchen" jede Art der Technik ver- 
standen, bei welcher er den Wachsüberzug durch 
Erwärmen befestigte. Er folgte hiebei dem damals 
allgemeinen, auch jetzt noch üblichen Sprachgebrauche, 
jegliche Wachsanwendung mit dem Ausdruck „En-
        

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