Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454413
Harzfarbe 
und 
Wachsfix 
nisüberzug. 
73 
des Abblätterns an einzelnen Teilen, ist aber meines 
Erachtens, dass eben durch die dreifache Hitzean- 
Wendung die Harz- und Wachsteile an innerer Festigung 
gewannen, aber im gleichen Masstabe die Adhäsion 
der Farbschicht mit dem Grunde verloren gehen musste, 
umgerechnet die Wirkung der durch Feuchtigkeitseinßuss 
bedingten Zusammenziehung und Ausdehnung der 
Leinenfaser. Dies scheint hauptsächlich die Ursache 
der Abblätterungen gewesen, die sich beim Auspacken 
des ge r o l 1 t e n Bildes gezeigt hatten und den Grafen 
zu seiner glücklicherweise nicht eingetroffenen Prophe- 
zeiung veranlassten. Nach Ausbesserung der schad- 
haften Stellen hat sich das Bild die seither verflossenen 
4Ö Jahre vortrefflich erhalten und wird hoffentlich, 
wenn nicht andere Zwischenfälle eintreten, die Mit- 
und Nachwelt weiter erfreuen. 
Ueber einen weiteren Versuch Böcklins, mit Harz- 
lösung versetzte Farben mit einem Wachsfirnis zu über- 
ziehen, berichtet Schick in folgender Eintragung (S. 200): 
vKopf seiner Frau  auf weissem Grund mit rotem 
Netz (etwa 1863 in Rom gemalt). Einzig mit Weihrauch 
gemalt, dann, da es doch einen Ueberzug brauchte, mit 
Wachs getränkt.  Weihrauch löst sich nicht völlig im 
Wasser, sondern bleibt ein weisser, mehliger Brei. Wenn 
er trocken ist, bindet er jedoch fester als Leim. Das Tränken 
mit Wachs füllt die Poren aus und macht somit die Farben 
glänzender." 
Ein ähnlicher Versuch, Harzfarbe mit Wachsfirnis 
zu überziehen, ist deshalb von Interesse, weil hier 
Böcklin Wachs in Terpentin gelöst benützte und 
jedenfalls besseren Erfolg damit erzielte, als durch 
das Aufstreichen in heissem Zustande. Darüber lesen 
wir 
bei 
Schick
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.