Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454407
72 VII, Weitere techn. Versuche d. zweiten römisch. Aufenthaltes. 
wähnte Bildchen seiner Frau in ein er Stunde ge- 
malt und mit Wachs überzogen hat; im Vergleich mit 
der "Villa am Meer" ist der technische Prozess dem- 
nach ein erheblich einfacherer gewesen. 
Nicht minder ins Gewicht fällt aber die Art und 
Weise, wie bei diesem Bilde das Wachs aufge- 
tragen worden ist. Der Vorgang bietet an sich 
eine Reihe von Unzukömmlichkeiten, die kaum dar- 
nach angetan waren, die Farbschichten unter sich und 
mit dem Grunde gleichmässig zu festigen. Zuerst 
sollte das fertige Bild „vermittelst einer Röhre aus 
einem Kohlenfeuer erwärmt" werden, wohl in der 
Absicht, ein leichteres Eindringen der Wachsschicht 
zu ermöglichen; aber wie unsicher ist dies bei einem 
zwei Meter grossen Bilde zu bewerkstelligen! Kaum 
war die eine Stelle warm, so musste die daneben 
wieder erkalten. Der technische Erfolg des Erwär- 
mens wird in unserem Falle vermutlich aber der ge- 
wesen sein, dass durch die Hitze die Harzteilchen, 
wenn auch nicht geschmolzen, doch immerhin erweicht 
worden sind und dass dadurch wahrscheinlich eine 
Verbindung dieser untereinander eingetreten ist. a9) 
Unterstützt wurde dieser Vorgang jedenfalls durch 
das darauffolgende Ueberstreichen mit heissem 
Wachs. Aber die Ungleichmässigkeit eines derartigen 
Wachsüberzuges ist unvermeidlich und auch kaum 
durch das Reiben mit heissen Lappen zu beheben. 
Die Hauptgefahr, und darin liegt wohl der Grund 
 Viel einfacher hätte das alles vor sich gehen können, 
wenn Böcklin statt des heiss geschmolzenen Wachses in Terpentin 
gelöstes genommen hätte.
        

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