Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454396
und 
Weihrauch 
Sandarac. 
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nügende Bindung in sich selbst hatte und die rauhen 
Harzteilchen an der Oberfläche zum Vorschein kamen, 
beweist die Beobachtung „der wie Bimsstein porösen 
Oberfläche" (s. oben). 
Bei jeder Malart dient bekanntlich das Binde- 
mittel zur Festigung der Farbkörper sowohl unter- 
einander als auch mit dem Grunde, auf dem die Far- 
ben aufgetragen werden. Ist also das Bindemittel 
nicht stark genug zu dem ersten, so genügt es auch 
nicht dem zweiten Zwecke. Dies scheint hier der Fall 
gewesen zu sein. Für sich allein genügte wohl die 
Bindekraft derWeihrauchlösung, aber nicht, wenn noch 
Sandaracpulver und Farbenpulver zugefügt werden; und 
erkennt man die physikalische Richtigkeit der Sache 
an, dann wird man auch leicht verstehen, was Böcklin 
mit dem Ausspruche gemeint hat, den Floerke (S. 163) 
wiedergab: „Das Bindemittel ist das Härteste, jede 
Zutat von Farbe erweicht dasselbe: Also wenig Farbe, 
Farbe ruiniertf") 
Bei der Technik der "ersten Villa am Meer" 
kommen aber noch weitere Umstände in Betracht; 
zunächst das mehrfache Einfeuchten der Leinwand 
von rückwärts, wodurch die Leimung Schaden leiden 
muss, denn die Nässe bringt den Leim zum Quellen, 
die Leinwand dehnt sich durch die Feuchtigkeit aus, 
sie zieht sich beim Trocknen wieder zusammen 
und bei wiederholtem Vorgange leidet die Festigkeit. 
Es ist noch daran zu erinnern, dass Böcklin das er- 
ü) Im landläufigen Sinne und bei Oelmalerei 
Gegenteil das schädliche, nämlich das Bindemittel, 
sein Nachdunkeln den Farbton verändert, also die 
ist gerade das 
welches durch 
Farbe ruiniert.
        

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