Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454361
68 VII. Weitere techn. Versuche d. zweiten römisch. Aufenthaltes. 
„Wie oben gesagt, erwärmt man, nachdem alles voll- 
endet, das Bild vermittelst einer Röhre aus einem Kohlen- 
feuer, streicht darüber das Wachs, das man durch Erwärmen 
Ilüssig gemacht, und verstreicht es soviel als möglich; dann 
nimmt man einen so heiss als möglich erhitzten Lappen 
und reibt über das Ganze so lange, bis das Wachs blank 
wird, d. h. sanftglänzend. Hat man noch etwas zu ver- 
bessern, so reibt man die betreffende Stelle mit Speichel 
an und malt vorsichtig und dünn darüber, ungeachtet des 
Wachsüberzuges." 
Hieher gehört noch die Eintragung Schicks S. 104): 
"Als Ergänzung zu dem, was Böcklin über die Harz- 
malerei mit Weihrauch und Sandrog gesagt hatte, erwähnte 
er noch folgendes: 
Jenes Bild (die erste Villa am Meer) habe er auf 
 grundierte Leinwand gemalt, deshalb konnte es auch ab- 
springen, indem beim Abwaschen Feuchtigkeit zwischen 
Grund und Malerei drang. 
Das Verhältnis vom Weihrauch und Sandrog lässt sich 
nicht bestimmen und hängt von der Malweise eines Jeden 
ab. Der Sandrog macht die Farben härter, ist also gut, 
wo man oft übermalen muss. 
Schliesslich Wachsüberzug, wie beschrieben. Pinsel: 
Borst- und Marderpinsel, je nach Gewohnheit und Grad 
der Durchführung." 
Mit diesem Bilde hatte Böcklin kein Glück, denn 
als es beim Grafen Schack eintraf, fanden sich kleine 
Partien der Farbe abgesprungen, worüber sich der 
Graf in einem Briefe an Böcklin höchst ungehalten 
äusserte: „er habe ihm ein Bild gemalt, das voll- 
kommen ruiniert angelangt sei." In seinen Erinne- 
rungen berichtet der Graf: „Leider hatte der Künstler, 
der das Experimentieren liebt, dasselbe in unsolider 
Technik gemalt. Als es in München anlangte, be- 
merkte ich, dass die Farben sich nicht gehörig mit
        

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