Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454359
Technik der ersten „Villa am Meer". 67 
Mischung von feingeriebenen Harzen und zwar Weih- 
rauch und Sandarac (Sandrog). 
Ueber den dabei angewendeten technischen Pro- 
zess schreibt Schick (S. 75): 
„Die erste Villa am Meer bei Schack (die dunklere) 
hat Böcklin mit Weihrauch und Sandrog gemalt, die 
mit Wasser vermischt in die Farbe verrieben wurden. Nach 
Vollendung des Bildes tränkte er es mit geschmolzenem 
Wachs, das sogleich eindrang und mit einem Lappen ver- 
rieben und poliert wurde, wodurch es einen sanften Glanz 
und eine schöne Qualität erhielt." 
Dann auf der folgenden Seite eingehender: 
„Von dieser Harzmalerei des Schackschen Iphigenia- 
bildes (Villa am Meer; Böcklin hat sich in der Trauernden 
den letzten Spross einer alten Familie gedacht) erzählte 
Böcklin mir folgendes: 
Die Farbstoffe werden mit Weihrauch und Sandrog ver- 
mittelst W'asser auf dem Reibstein gerieben. Sie werden 
teils pastos (meistens), teils lasierend verwendet, und man 
kann sie, so lange die Farbe noch feucht ist, nach Belieben 
mit Wasser verdünnen, auch nach Belieben mit allen Farben 
lasierend und deckend verfahren. Ist die Farbe auf der 
Palette aber einmal angetrocknet, so wird sie steinhart. So 
auch auf dem Bilde und zwar so hart, wie auf einem alten 
Bilde, weil alle Feuchtigkeit schnell entiiieht, während ein 
Oelbild sie noch viele Jahre hält. je dicker man malt, 
desto mehr schlägt die Farbe ein, darum feuchtet man das 
Bild von hinten und von vorn mit Wasser wieder an, wo- 
durch es feucht und frisch heraustritt und die Farbe, die 
man daraufmalt, immer in Harmonie bleibt. Die getrocknete 
Oberfläche sieht, wie auch bei einem ausgetrockneten Oel- 
bilde porös wie Bimsstein aus. Ist mit der Zeit schon viel 
Farbe auf das Bild gekommen, so nehme man sich in acht, 
feuchte hinten und vorn das Bild an und warte eine Weile; 
denn das Wasser würde von hinten nur die unterste Schicht 
Farbe auflösen, und die obere würde sich darauf schieben."
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.