Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454319
Versuche mit Whchsürnis. 63 
„Es ist dieses Bildchen in Wachsseife gemalt, die 
zwar mit Feuchtigkeit heruntergewaschen werden kann, 
aber für solche Motive einen schönen, trockenen und licht- 
vollen Charakter hat. Einige Stellen, besonders der weisse 
Brunnen, sind gesprungen", 
Die ungenügende Festigkeit der Wachsseife war 
demnach, wie es scheint, der Grund, dass Böcklin 
diese Versuche nicht weiter verfolgte; ja er muss 
sogar überhaupt diese Methode der Lösbarkeit durch 
Lauge vergessen haben, denn in einer späteren Auf- 
zeichnung von 1884 (Lasius S. 64) hielt er nur zwei 
Arten der Wachsauflösung für möglich, nämlich die 
durch Terpentin und die durch Wärme. 
Eine ganze Reihe weiterer Versuche beschäftigten 
Böcklin, das Wachs einesteils nur als Ueberzug 
und andernteils als Farbenbindemittel zu ver- 
werten. Er ging dabei ziemlich systematisch zu 
Werke, indem er die Versuchsreihen trennte. Bei der 
ersten Reihe kam er zu allerlei Kombinationen von 
Temperamalerei mit Wachsürnis als Ueberzug, den 
er mitunter durch Erwärmen der Fläche sich innig 
mit den Farben verschmelzen liess, bei der zweiten 
Reihe führten ihn seine Versuche direkt zur antiken 
Enkaustik. 
Anfänglich wollte er das Wachs nur als Ueber- 
Zug benützen, um die blinde Erscheinung einge- 
schlagener Stellen, die er als Ungleichrnässigkeit der 
Farbenoberfläche erklärte,_zu verhindern. „Zu dem 
Zweck hatte Böcklin die mannigfaltigsten Versuche 
gemacht, so z. B. Wachs in Oel aufgelöst; dann 
Kopaivabalsam mit dem stearinartigen Sparmazeta 
(Walfischhirntalg), Wachs etc." erzählt Schick (S. 11).
        

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