Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454298
Punisches 
Wachs 
(Wachsseife). 
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aus der gefolgert werden muss, dass diese Wachsart 
durch wiederholtes Kochen von Bienenwachs in Meer- 
Wasser und Lauge (nitrum) bereitet worden ist, wo- 
durch es die Eigenschaft einer Art Seife oder Wachs- 
seifen-Emulsion bekommtfk) 
Dass auch Böcklin dieser Ansicht gewesen ist, 
zeigt die Notiz bei Floerke (3.164), wonach er 
"schon in den fünfziger Jahren punisches Wachs 
(,Wachsseife') bereitete und damit malte", sowie auch 
die Eintragungen von Schick; aber die Versuche 
mit einer solchen Wachslösung scheinen Böcklin nicht 
befriedigt zu haben. Unser Gewährsmann erzählt da- 
rüber (S. 165): 
„Ich fragte nach dem Bilde, das Böcklin mit Wachs- 
seife gemalt hatte. Böcklin sagte, es sei diese Malweise 
gar nicht zu empfehlen und biete keine Vorteile. Wachs 
mit Pottasche verbunden löst sich vollkommen in Wasser, 
setzt man Alkohol (oder Aether) dazu, so sondern sich 
dicke Fasern von einer milchigen Flüssigkeit, die ein Pariser 
Chemiker dargestellt hat und unter dem Namen Wachs- 
milch als mattglänzenden (noch etwas Wachs haltenden) 
Firnis verkauft. Das hatte Böcklin Anlass zu diesem 
' Versuchtgegeben. (Er ging darauf nicht weiter ein, und 
ich verstand es so, als hätte er nach dem Malen durch 
Spiritus die Wachsfiüssigkeit zu entfernen gewusst.) Ueb- 
rigens trocknete das Bild ganz hart auf". 
Eine Nachprüfung der obigen Angaben ist des- 
halb schwierig, weil die Herstellung dieses als Wachs- 
milch verkauften Präparates eines Pariser Chemikers 
 Die gegenteilige Ansicht einiger neueren Gelehrten 
daran nichts ändern. Man vergleiche darüber mein Werk: 
technik des Altertums (Beiträge z. Entwicklungsgesch. der 
technik I. u. II. Folge) S. 98 ff. 
kann 
Mal- 
Mal-
        

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