Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454249
56 VI. Technische Versuche des zweiten römischen Aufenthaltes, 
 
bilder mit Leim und Glyzerin malen. Dann könne 
man mit Eifarbe vollenden und schliesslich, nach 
einem halben Jahr etwa, Spiritusfirnis darüber bringen, 
der nun die Farbe wenig oder gar nicht verändern 
wird." 
Aus all dem ist zu ersehen, dass Böcklin alle 
Arten von wassermischbaren Bindemitteln mit dem 
Sammelnamen "Leimfarbe" bezeichnete, und selbst 
die Versuche mit wassermischbaren Harzen, von wel- 
chen weiter unten noch berichtet wird, sind in 
dieser Malart inbegriffen (vgl. Schick, S. 232, wo von 
der „Vi ola" die Rede ist, "mit Harzen, die in Wasser 
aufgelöst und als Leim gebraucht worden sind, also 
eher als Leimmalerei zu bezeichnen"). 
Gelegentlich der grossen Wandbilder für Wede- 
kind hatte Böcklin, wie erwähnt, in Hannover sich 
in dieser Technik zuerst versucht. Darüber lesen 
wir 
bei Schick (5,172): 
„ . .  nachdem er sich vorher zu Haus durch verschie- 
dene kleine Versuche über das Auftrocknen der Farben 
unterrichtet hatte, fing er kühn an. Es waren verschiedene 
Bilder. Zwei grosse von 24' Länge (Leinwand im Ganzen 
ungrundiert; auf einige Stellen, wo es ihm jedoch dienlich 
schien, grundierte er stellenweise), vier kleinere Bilder und 
verschiedene gemalte Pilaster, worauf Kandelaber mit 
Kränzen u. a. m. ln vier Monaten hatte er die Dekoration 
des ganzen Saales vollendet." 
"Das Erste und das schwierigste war das Malen der 
Luft. Er mischte und brauchte dazu llfz Eimer voll Farbe. 
Erst malte er von oben an den Luftton in seinen Ab- 
stufungen bis in die fernen Dunsttöne. Dann auf das 
Trockene die Wolken. Dabei passierte ihm, dass der 
untere Teil der Luft nicht duftig genug war, er malte da-
        

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