Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454223
54 VI. Technische Versuche des zweiten römischen Aufenthaltes_ 
 
obigen Zusätzen von Essig, Honig u. dergl. kommt 
als Bindemitel für Tafelmalerei bei Cennini nicht vor, 
wohl aber diente Eiklar und Gummi arabicum in 
Mischung mit Kandiszucker den Miniaturmalern des 
XV. Jahrhunderts als Bindemittel, und auch Cennini 
erwähnt diese Methoden zur Vergoldung und Bema- 
lung bei der Miniaturtechnik (Kap. 157-161). 
Cennini beschreibt jedoch in einigen Kapiteln 
verschiedene „zu Tempera" geeignete Leime (Kap. 
109-112), darunter den sogen. Schnitzelleim (Colla 
di spicchi) oder Caravellaleim, der aus Pergament- 
abfallen bereitet wurde, den Fischleim und den Käse- 
leim, und demnach mag Böcklin unter "Tempera" 
auch die Leimfarbe verstanden haben. 
Diese war ihm ja längst bekannt, denn er hatte 
schon 1858 vier grosse Wandgemälde, die Beziehungen 
des Menschen zum Feuer darstellend, in Hannover 
für den Konsul Wedekind ausgeführt, und diese 
Bilder bezeichnete er Schick gegenüber als "Tempera- 
oder Leimbilder" (Schick, S. 14). Auch andere N0- 
tizen beweisen, dass er Leimfarbe mit Tempera gleich- 
bedeutend bezeichnet hat, so in dem angeführten 
Porträt seiner Frau (Schick, S. 25). Die „Leimfarbe" 
hatte überdies von jeher für ihn grossen Reiz; er 
äusserte sich einmal gelegentlich, als von früheren 
"Versuchen die Rede war: „es gäbe kaum etwas 
Schöneres als Malerei in Leimfarbe"; aber dass er 
berg. saß), Wien 1871. Kap. 72, 143-147. Cenninis Traktat 
ist zuerst herausgegeben von Tambroni (Rom 1821), dann in 
englischer Sprache von Mrs. Merrifield (London 1844) und in 
französischer Sprache von Mottez (Paris 1858).
        

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