Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454201
52 VI. Technische Versuche des zweiten römischen Aufenthaltes. 
 
Mit Eiweiss und Honig oder Pergamentleim 
muss die Farbe ziemlich stark leimig gerieben werden. da- 
mit sie sich kaum merklich verändert, wenn man Oelfarbe 
darüberbringt. Die Temperafarbe hat nicht den Zweck, 
das Oel aufzusaugen, sondern den, die Leuchtkraft der 
Farbe zu steigern. 
Das Material veranlasst einen, seine Bilder nach dem 
Hellen Zu neigen, umgekehrt wie Oelfarbe veranlasst, tief 
zu malen. Böcklin hatte auf seine Staffelei Farbenproben 
gestrichen, da war die grössere Leuchtkraft der Tempera- 
farben sehr auffallend, besonders bei Zinnober." 
In einer späteren Aufzeichnung vom 26. Mai 1866 
(S. 24) zählt Schick einige Bilder auf, die teilweise 
-mit Ternperafarben begonnen waren, so unter 6. eine 
„Wa ssernymphe" auf einer Holztafel, ähnlich wie 
pompejanische Bilder, dann unter 7. ein anderes Bild, das 
„in Tempera begonnen und einiges schon mit Oel- 
iirnis (wohl Copal a Phuile?) überzogen (z. B. die 
Mädchengestalt)"; ebenso unter 8. "Porträt seiner 
Frau, in Tempera (Leimfarbe) mit schwarzem 
Schleier; stumpf noch unlixiert;" endlich 9. „Por- 
trat von Lenbach, wohl ebenso begonnen und mit 
schmalen Pinselstrichen (wie mit Strichlagen) in der 
Art des Rubens stark modelliert, war schon glänzend 
überzogen und hatte eine merkwürdige Leuchtkraft". 
Dass Böcklin in dieser Weise (mit Wasserfarbe) 
seine Gemälde begonnen hat, zeigt auch noch eine 
Eintragung vom 24. Juli des gleichen Jahres (Schick 
S. 79). 
„Böcklin hat es sehr praktisch gefunden, Studien Oder 
Bilder so zu beginnen: Erst der Leinwand oder dem 
Papier einen lichtgrauen Ton (mit Wasserfarbe) geben; 
auf diesem dann meistens mit dunklerer Farbe (Wasser-
        

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