Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454153
der 
Technik 
"Wüesenquelle". 
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den Leser nur bitten, diese Stellen bei Schick (S. 293 ff.) 
einzusehen. Durch diese Schilderung allein hat Schick 
unser Wissen über Böcklins Art zu schaüen in dankens- 
wertester Weise bereichert.) 
Nach dem Abschluss der Arbeit resumiert Schick 
unter dem 17. Mai 1869 nochmal den technischen Vor- 
gang (S. 361):  
"Sein Verfahren beim Malen ist dieses: Erst pro- 
biert er auf dem Bilde eine Farbe rein, mit Kopaivabalsam 
verdünnt, als dünne Lasur; ist sie annähernd recht, so setzt 
er nach Bedürfnis die eine oder andere Farbe und auch 
Weiss dazu. Nie fängt er mit einem bereits gemischten 
Ton an. Bei diesem lasierenden Verfahren nimmt er jedoch 
in alle Lasuren Weiss; er sagte einmal, als er von einer 
Lasur sprach, „natürlich mit W'eiss". Das gibt dem Bilde 
diesen zartgrauen Schimmer und ihm selbst Klarheit über 
die Dunkelheit der Töne, über die man sich bei reinen 
Lasuren gewöhnlich sehr täuscht." 
Bezüglich der Kopaivabalsam-Reigabe berichtet 
Schick gelegentlich der Arbeit am gleichen Bilde 
noch (S. 359) wie folgt: 
"Er hat so reichlich Kopaivabalsam dazu genommen, 
dass er fürchtete, er könne ihm herunterlaufen, bei dem 
schnellen Anziehen im Sommer aber ist das ausgeschlossen. 
NVenn man auf wenig bemaltem angetuschtem Grunde etwas 
sogleich als fertig hinstellt, könne man Kopaiva sehr reich- 
lich brauchen, man werde dadurch die Schönheit der Farben- 
qualität nur erhöhen. Ist man aber genötigt, über solche 
fett lasierte Stelle noch ein oder mehrmals zu gehen, so 
wird die Erscheinung pappig und unangenehm. Etwas 
Oel (d. h. soviel als die Oelfarben an sich enthalten) scheine 
 ihm zum besseren Binden notwendig; früher habe er darum 
auch Nussöl dazu genommen, weil er noch nicht den Mut 
hatte, Kopaiva rein anzuwenden, aus Furcht vor dem 
Reissen; da sei ihm aber alles bedeutend nachgegilbt."
        

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