Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454061
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Technik 
ersten 
der 
Periode. 
deckende Töne bis zur Vollendung. In den fünfziger 
Jahren des vorigen Jahrhunderts war es üblich, sich 
zu jedem Bilde eine genaue Kartonzeichxiung zu 
machen, die alle Details der Komposition vor Augen 
führte und als Vorlage für die eigentliche Ausarbei- 
tung diente. Durchgreifende Aenderungen auf dem 
Bilde selbst vorzunehmen, sollte durchaus vermieden 
werden. 
Landschaften wurden genau so "komponiert" wie 
Historien- oder Genrebilder, d. h. sie wurden aufden 
Gesetzen der Linien-, Licht-gund Farbenkomposition 
aufgebaut, die damals als ästhetisch "schön" galten. 
Wir bezeichnen dies heute mit dem Ausdruck „aka- 
dernisch". jedes Bild teilte man in Hinten, Mittel- 
und Vordergrund, die Lichtmassen hatten gegenüber 
den Schattenmassen einen bestimmten Raum einzu- 
nehmen, jede Linie erforderte bestimmte Gegenlinien, 
die Farben wurden nach altem Schema im steten 
Wechsel von hell und dunkel, 
verteilt und dergl. mehr. 
Auch Böcklin stand unter 
kalt 
und 
warm 
dem 
Banne 
dieser 
Ueberlieferungen, bis er aus sich selbst heraustrat, 
eigene Wege ging und die Fesseln abwarf, da er aus 
dem Landschaftsmaler der grosse Figurenmaler wurde, 
als den wir ihn jetzt kennen. 
Diese Wandlung hat sich langsam vollzogen. Die 
Gemälde der ersten Periode sind zumeist landschaft- 
licher Natur, freilich mit wunderbarer Staffage; bald 
wird aber die Staffage Hauptsache, der Mensch 
wird das Bestimmende in den landschaftlichen Szene- 
rien. Und führt er uns endlich in seinen religiösen
        

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