Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454017
Koloristik. 
33 
.    Aber Böcklin sucht immer seine Wirkungen inner- 
halb der Grenzen der Malerei; nie hat er sich gegen die 
malerischen Grundgesetze vergangen, oder von der Malerei 
mehr verlangt, als in ihr zu erreichen war. Selten hat er 
nur rein Malerisches gemalt; fast immer war eine Idee ge- 
tragen von dem Malerischen. Wiederum hat er aber nie 
das Gedankliche das Malerische überwuchern lassen, 
Das Gedankliche deckt sich bei ihm mit dem 
Malerischen vollkommen, es ist eins und un- 
zertrennbar; und dies ist vielleicht überhaupt 
das Kriterium der höchsten Vollendung in dieser" 
K u n s t." 
Am 
meisten 
beeinflusst 
ist 
Böcklins 
Koloristik 
von den Werken der Alten, denen er nicht nur 
grösste Verehrung sondern auch liebevollstes Verständ- 
nis entgegenbrachte. Die Einflüsse der italienischen 
„Meister der Farbe" sind im Laufe seiner Entwicklung 
unverkennbar zu bemerken, denn er wusste ganz genau, 
auf welcher Grundlage die Systeme ihrer Bild- 
Wirkungen basiert waren. Die schönfarbige Manier des 
Quattracento War ihm ebenso geläufig wie das Chiaro- 
scuro des folgenden Jahrhunderts und die auf Lasur 
berechnete Art der Venetianer. 
Wie das Studium der Cinquecentisten Böcklin zu 
den gefärbten Gründen geführt hat, so brachte ihn 
die eingehendere Beschäftigung mit den Altdeutschen 
und Altniederländern wieder davon ab. Die "präch- 
tige Wirkung der Farben" an sich, die Böcklin bei 
jenen Malern so begeisterte und die ausserordentliche 
Dauer von deren Kunstwerken waren der Anlass zur 
Beschäftigung mit technischen Problemen, die ihn 
schon während des zweiten römischen Aufenthaltes und 
in der Folgezeit immer mehr fesselten. 
n erger, Böcklins Technik. 3
        

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