Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453980
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Art des Schaffens. 
Koloristik. 
Einfiuss auf die Technik. 
zu verbreiten, liegt ausserhalb des uns gesteckten 
Zieles. Nichtsdestoweniger wollen wir hier einige 
Sätze aus W ü r t e n b e rg e r s kleiner Schrift anreihen, 
die in ihrer Klarheit den von Böcklin verwendeten 
Prinzipien gerecht werden. Es heisst da S. 4: 
"Manchen wird es verblüifen, zu hören, dass Böcklin, 
der grosse Farbenkünstler, wie er so oft genannt wurde, die 
Farbe als etwas Sekundäres, als Etwas, was erst in zwei- 
ter Linie beim Bilde komme, bezeichnet hat. „D i e Haupt- 
sache bei einem Bilde ist die Verteilung von 
 Hell und Dunkel; sobald diese gelöst ist, so ist 
das Bild fast schon fertig", Und zwar setzte er 
durch das ganze Bild hindurch Dunkel gegen Hell und nie 
Hell gegen weniger Hell, oder Dunkel gegen weniger 
Dunkel. Seine ersten Skizzen und Notizen zu einem Bilde 
sind auch nichts anderes als hellere und dunklere Flecken; 
zur Not erkennt man einen llaum oder eine Figur darauf. 
Darum haben seine Bilder auch jene starke dekorative 
Wirkung, auch wenn wir sie in nur kleinen Reproduktionen 
sehen      
Nachdem er sich über die Lichtverteilung (hell und 
dunkel) klar geworden war, machte er auf einem mit 
Kreide grundierten Zigarrenbrettchen eine Farbenskizze, 
Diese Skizze gab nichts anderes, als das Verhältnis der 
Hauptfarben zu einander. Man erkannte auf dieser Skizze 
kaum den Gegenstand: es war nur ein Anschlagen des Ak- 
kordes, in dem sich das Bild bewegen sollte. Dann nach 
diesen Vorarbeiten, fing er das Bild auf der mit Kreide 
grundierten Holztafel und noch häufiger auf einer "mit Lein- 
wand überzogenen und darauf erst grundierten Tafel an, 
und zwar nuwhte er eine ganz schwache Andeutung mit 
heller, dünner Farbe über die etwaige Anordnung der Fi- 
guren, Landschaft etc. und dann fing er an irgend einer 
Stelle gleich auf dem weissen Grunde fertig zu malen an_ 
vMan mussdie Phantasie dabei mehr anstren- 
gen", sagte er, als ich ihn einst darum fragte.
        

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