Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453950
Entstehun g 
des Bildes. Skizzen. 27 
 
dern, wie des „Petrarka", der „Amaryllis" u. a.; am 
allerdeutlichsten wird der von der ersten Anlage bis zur 
Vollendung eingeschlagene Weg geschildert bei der 
ßViesenquelle" (Schick S. 273 u. ff), und wir erkennen 
aus dieser Schilderung, wie Böcklin anfangs stets an 
der Linien- und Farbenkomposition verbessert, verän- 
dert und vom Unbestimmten immer mehr ins Ent- 
schiedenere übergeht, bis er sich über alles ganz klar 
geworden ist. Dann erst steigert er die Lichter 
durch kräftigen Schatten, erhöht die Farbenwirkung 
durch energischere Farben und Kontraste. Die an- 
fangs nebelhafte Modellierung wird immer bestimmter, 
bis endlich nur noch die allerhöchsten Lichter und 
intensivsten Farben zur Vollendung übrig bleiben. 
Eigentliche „Skizzen" zu seinen Bildern scheint 
Böcklin nicht immer gemacht zu haben. Hin und 
wieder, so wird berichtet (sfFi-ey, S. 89), genügte 
ihm ein mit ein paar Linien leicht hingezeichneter Ent- 
wurf, der nicht mehr als die Disposition der Haupt- 
massen des Lichts und Schattens wiedergab. Er 
begann direkt auf die Leinwand oder Tafel zu zeich- 
nen,vermied aber meist die Kohlenstriche zu fixieren, 
um den reinen weissen Grund auf dessen koloristische 
Mithilfe er, besonders im zweiten Teil seiner Schaffens- 
zeit, grosses Gewicht legte, nicht zu verderben. Aus 
gleicher Ursache hat Böcklin niemals eingreifende 
Aenderungen auf Bildern vorgenommen und lieber 
das Ganze verworfen, die Malerei bis aufs Holz ab- 
gekratzt, wenn er mit dem Effekt unzufrieden war 
oder, wenn er zu der Erkenntnis gelangte, dass es 
eine bessere Lösung der Aufgabe gäbe, das Gemälde
        

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