Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453940
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Art des Schaffens. 
Koloristik. 
Einü: 
ISS auf die Technik, 
Bei 
dieser 
Art 
des 
Schaffens 
ist 
ES 
freilich 
uner- 
lässlich, über eine Unsumme von Erinnerungseindrücken 
zu verfügen; dem direkten Naturstudium fällt dabei 
nur eine sekundäre Bedeutung zu, ja es ist sogar ver- 
ständlich, dass das „Modell" nur hinderlich sein kann, 
weil der Künstler zu leicht sich zu interessanten Ein- 
zelheiten verleiten lässt, die für die Bildwirkung mehr 
oder weniger gleichgültig sein können. Dass Böcklin 
„nicht vor der Natura gearbeitet hat, bestätigen wohl 
Floerke (S. 85) als auch Schick und die anderen 
Gewährsmänner. Aber damit ist nicht gesagt, dass 
er niemals nach der Natur gearbeitet habe. Im Ge- 
genteil! In der ersten Periode seines Schaffens muss 
er unendlich viel nach der Natur gemalt haben und 
nur infolge der zwingenden Einsicht, zwischen Studie 
und Bild genau unterscheiden zu sollen, ist Böcklin 
dazu gelangt, sich endlich von der direkten Anleh- 
nung an das Naturvorbild zu befreien. Dabei wurde 
er aber von seinem ganz ungewöhnlichen Erinnerungs- 
vermögen, seiner fabelhaften Kenntnis und seinem 
hervorragenden Verständnis der einmal beobachteten 
Naturformen unterstützt. 
Für die Technik des Malens ergibt sich aus der 
Sache selbst, dass Böcklin nicht wie andere Maler 
schaffen konnte. Da er kein Naturvorbild vor sich 
dulden durfte, um die von ihm intendierte Gesamt- 
wirkung nicht zu verlieren, musste er Formen und 
Farben auf der Bildfläche entstehen lassen, wie 
er sie brauchte und wie er sie sich im Geiste vorge- 
stellt hatte. Schick gibt einige deutliche Beispiele 
dieser Art seines Schaffens, des Entstehens von Bil-
        

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