Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453935
Floerke über Böcklins Schaffen. 25 
sich erst dann alles nötige Detail zusammenstellen, 
je nachdem es der darzustellende Gegenstand er- 
fordert. 
Bei Böcklin ist es anders. Alle seine Motive sind 
Phantasieschöpfungen. „Wer Böcklinsche Bilder in 
ihrer Plötzlichkeit hat entstehen sehen" sagt F loerke 
sehr treüend, „der ist überzeugt, dass irgend ein 
Naturmoment, welches irgend einmal, vielleicht in der 
Jugend, auf die empfängliche Seele des Künstlers 
Eindruck gemacht hat, vor seinem geistigen Auge 
anschaulich aufgetaucht ist, in einem Augenblick, wo 
eine verwandte, mit jenem sich schnell verbindende 
Stimmung ihn bewegt, und dass er dieser durch die 
beseelte Wiedergabe jenes Ausdruck verleiht, oder 
dass sofort Phantasie und künstlerischer Verstand an 
die Arbeit gegangen waren, das eine durch das an- 
dere zu gestalten und durch schnell sich ankristalli- 
sierende ldeenverbixidungen zu verdeutlichen und zu 
beleben." 
„Man überzeugt sich dabei leicht, dass  we- 
nigstens seit der „Meeresidylle"  es in erster Linie 
durchaus nur malerische Anschauungen waren, welche 
seine Phantasie in Bewegung setzten; dass er alles im 
lebendigen Bewusstsein seiner Darstellungsmittel zur 
malerischen Vorstellung zusammengeschlossen, und 
dass er mit der vollendeten, von nun an stets gegen- 
wärtigen Rechnung, mit dem fertigen Bild im Kopf 
vor die Leinwand getreten sei und sich mit der Dar- 
Stellung nur so spielend, mit dem Hinauswerfen des 
Ueberiiüssigen und der Beschränkung auf das wirklich 
zur Sache Sprechende aber angestrengt beschäftigte.
        

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