Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453869
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III. 
Kritik 
der Quellen 
Böcklins 
für 
Technik. 
geschrieben: blühte am 20. August da und da, so und 
so hoch etc. und dazu den botanischen (nachgeschla- 
genen) Namen", und was sonst noch alles von schrul- 
lenhaften Junggesellen-Eigenheiten angeführt ist  
gerade dieser Ordnungsliebe müssen wir dankbar sein, 
denn nur durch sie haben wir einen so kostbaren 
Schatz von Tagebuchaufzeichnungen in Händen, mit 
denen alle anderen Erinnerungen und Gedenkblätter 
überhaupt kaum verglichen werden können. 
Noch eins wurde Schick zum Vorwurf gemacht: 
Seine Aufzeichnungen seien nicht verlässlich, teilweise 
direkt falsch. Diese Anschuldigung ist vielleicht auf 
eine missmutige letzte Aeusserung des Meisters zurück- 
zuführen, der von jeher gegen das viele „über Kunst 
Schreiben" aufgebracht, kein günstiges Urteil über 
Schicks Buch abgab, als es ihm noch kurz vor seinem 
Tode zu Gesichte kam. In der Tat sind ja manche 
Stellen bei Schick zu finden, die mit später bekannt 
gewordenen oder geäusserten Ansichten Böcklins nicht 
im Einklang stehen; wenn man aber bedenkt, wie 
häufig Böcklin selbst, nach Aussage seiner späteren 
Umgebung, seine Meinung über künstlerische Dinge 
geändert hat, dann kann man Schick kaum dafür 
verantwortlich machen, dass er eben die frühere des 
Aufzeichnens für wert gehalten hat. 
Soviel ist aber sicher: ln zweifelhaften Fällen 
muss unter allen Umständen der Schickschen Version 
der Vorzug gegeben werden, denn dieser hat seine 
Aufzeichnungen unter dem frischen Eindruck des Ge- 
hörten, sozusagen phonographisch gemacht und er tat 
dies, so gut er es eben imstande war. Freilich, der
        

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