Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453851
Schicks 
Tagebuchaufzeichnungen. 
17 
um Böcklins Intentionen begreifen zu können. In der 
Tat ist das Urteil, das Böcklin selbst über den „ord- 
nungsliebenden, hoffnungsvollen Jüngling" gefällt hat 
(s. Floerke S. 194, 195), nicht besonders günstig. Fast 
sollte man glauben, dass Böcklin den jungen Künstler 
gar nicht ernst genommen habe. Aber erstens gab 
es kaum jemand, über den sich Böcklin nicht in fein 
sarkastischer Art lustig zu machen liebte, (nicht 
zum mindesten auch über sich selbstl), und zweitens 
wird er kaum einen jungen Künstler durch drei Jahre 
hindurch in unausgesetztem freundschaftlichen Ver- 
kehr als Schüler um sich geduldet haben, wenn dieser 
ihm nicht auch als Mensch sympathisch gewesen wäre. 
Ja, als Böcklin durch Burckhardts Vermittlung die 
Ausschmückung des Treppenhauses im Baseler Mu- 
seum übertragen wurde, forderte er Schick, der in 
Rom zurückgeblieben war, auf, ihm dabei zu helfen. 
Schick sagte zu und traf am 16. Aug. 1808 in Basel 
ein (s. Tschudis Bemerkung, Schick S. 140). Daraus 
ist zu folgern, dass Schick doch nicht so schlimm 
gewesen sein muss, wie er im Floerkeschen Buche ge- 
zeichnet ist. 
Gerade der dort gegeisselten Ordnungsliebe und 
peinlichen Akuratesse des "Musterknaben", der „vor 
einer Studierreise sich das Skizzenbuch präparierte 
und mit einer sauberen Aufschrift versah, z. B. Stu- 
dierreise nach Wälschtirol, Sommer 79. Begonnen am 
1. August; und wenn es glücklich ganz voll war, 
darunter schrieb: abgeschlossen den so und sovielten, 
Gottlieb (i) Schick"; der neben eine in sein Skizzen- 
buch „ganz genau lebensgross abgezeichnete Genziane 
Berger, Böcklins Technik. 2
        

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