Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453748
Persönliche 
Erinnerungen. 
eine oder andere seiner Bilder gemalt sei. Das An- 
reiberezept für die Firnisfarben, womit die besten 
Bilder Böcklins in der Florentiner Zeit gemalt seien, 
gab Landsinger wie folgt an: Kopal (engl. Kutschen- 
lack) lfg Teil, Venet. Terpentin lji Teil, Terpentin 
oder Petroleum V4 Teil. Mit "Firnis" habe Böcklin 
während seines Florentiner Aufenthalts in den Jahren 
1878-1885 und im Beginn der Züricher Zeit gemalt. 
Diesen Aufzeichnungen vom Jahre 1896 wäre noch 
nachzutragen, dass Anfang Mai 1897 Dr. Bayers- 
dorfer, aus Florenz zurückgekehrt, die Nachricht 
brachte, Böcklin habe die Malerei mit der Emulsion 
von Kirschgummi und Oel wieder aufgegeben und ver- 
wende nunmehr eine Mischung von Eiklar mit ge- 
bleichtem Leinöl. 
Am 12. August 1898 hatte ich abermals ein Ge- 
spräch mit dem Meister über Technik, das letztemal, 
da mir die Freude des Zusammenseins mit ihm ver- 
gönnt war. Leider hatte damals schon seine frühere 
Frische sehr nachgelassen, das Sprechen strengte ihn 
merklich an, sodass man nur mit Mühe seine Worte 
verstehen konnte. 
Es war von antiker Enkaustik und der römisch- 
pompejanischen Wandmalerei die Rede und da er 
wusste, dass es mich interessieren würde, machte er 
mich auf geglättete Freskomalereien im Kloster 
Stein a. Rhein aufmerksam, die er vor vielen _]ahren 
gesehen. Wie unermüdlich er immer noch an der 
Lösung des Problems tätig war, seine Technik auf 
die womöglich höchste Stufe zu bringen, beweist der
        

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