Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453730
Böcklin über seine Technik. 5 
Und womit malen Sie jetzt? 
„Ich mache mir eine Kirschgummi-Tempera mit 
Oel an; dabei schütte ich das Oel auf den in Wasser 
geweichten Kirschgummi, rühre tüchtig durch und 
koche das Ganze am Feuer zusammen. Die mit 
diesem Bindemittel gemischte Farbe trocknet unmerk- 
lich heller auf; ich male damit fast ganz fertig, nur 
muss man trachten, dass alles möglichst flüssig in- 
einander gemalt wird." 
Vor einiger Zeit gab mir eine Schweizer 
Malerin, Fr]. W. ein Rezept, bestehend aus Ei, Honig, 
Essig, welches von Ihnen stammen sollte? Ist dies 
richtig? 
"Nein, ich habe niemals mit Honig gemalt, wohl 
aber mit Weihrauch Versuche gemacht; dieser löst 
sich aber nur sehr schwer auf." 
Ueber die Technik der „alten Meister" befragt, 
erklärte Böcklin, dass die besten mit Tempera gemalt 
hätten, mitunter nur manche Teile der Bilder. Be- 
stimmt glaube er dies von Rembrandt, oftmals habe 
auch Rubens die Technik angewendet. 
Maler S. Landsinger, bekanntlich einer der 
wenigen Schüler Böcklins und mit dem Meister durch 
lange Jahre befreundet, ergänzte die obigen Angaben 
dahin, dass der Meister ausser den obigen Malarten 
noch viele andere Kombinationen der Tempera-Unter- 
malung und Uebermalung mit Firnis-Ölfarben ange- 
wendet habe, und dass bei der grossen Zahl seiner 
Schöpfungen Böcklin selbst sich manchesmal nicht 
mehr genau erinnern dürfte, in welcher Manier das
        

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