Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455312
Mit 
gemalte 
Teznpera 
Bilder. 
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sammen und dehnt sich bei Feuchtigkeit entsprechend 
wieder aus, so dass die Erscheinung der sog. Craque- 
lure auf alten Bildern durchaus nichts Seltenes ist. 
Aber auch Böcklins Tempera der letzten Periode 
war so zusammengesetzt, dass sie  physikalisch ge- 
sprochen  expansionsfähig war, und deshalb werden 
diese Gemälde voraussichtlich in ihrem gegenwärtigen 
Zustande verbleiben. Wo vielleicht Defekte bemerk- 
bar sind, stammen sie jedenfalls noch von der Zeit 
der Entstehung her. 
Man mag vielleicht noch fragen, wie sich Bilder 
in gemischterTechnik, d. h. mit Tempera-Untermalung 
und Firnisfarbe-Uebermalung verhalten würden und 
0b deren Dauerhaftigkeit gesichert ist? In diesen 
Fällen sind die Bedingungen naturgemäss etwas kom- 
plizierter; aber soviel kann man sagen: Solche Bilder 
sind dem Nachdunkeln gewiss weniger ausgesetzt als 
Oelgemälde, weil die Farben an sich weniger Oel ent- 
halten, sie werden ihre Leuchtkraft erhalten, weil die 
Farben in sehr dünner Lage und auf weissem Grunde 
aufgemalt sind, also wird das Tiefenlicht in der 
Farbenkomposition stets mit wirksam bleiben. 
Wir wissen, dass auf diesem Tiefenlicht, oder 
wie man sich auch ausdrückt: dem Leuchten aus der 
Tiefe, der Hauptvorzug der frühniederländischen Bilder 
begründet ist. Auch die Ansicht, dass diese Wirkung 
schon von den älteren Niederländern sehr wahrschein- 
lieh mit Hilfe gefirnisster Tempera erreicht worden 
ist, gewinnt immer mehr an Boden, es ist demnach 
nicht ausgeschlossen, dass die Böcklinschen Bilder 
ebenso wie die von allen bewunderten Werke der 
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