Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455295
Mit Firnisfarben gemalte Werke. 161 
reiten lassen, und dieser kochte anfangs das Leinöl 
mit Bleiglätte. Ein mit solchem Oel hergestellter 
Bernsteinürnis 1') ist dem Nachdunkeln in der Tat sehr 
viel mehr ausgesetzt, er ist auch von Anfang an von 
dunklerer Farbe. Reichlicher Gebrauch eines solchen 
Bindemittels muss wohl ein Nachdunkeln der Malerei 
befördern und mit der Zeit ein eventuelles Verändern 
des Tones zur Folge! haben. Es scheint übrigens, 
dass die Hauptgefahr der Firnisrnalerei, nämlich das 
unaufhaltbare Springen der Malschichte bei Böcklins 
Bildern durch die übrigen Beigaben von Terpentin- 
balsam und Petroleum hintangehalten worden ist; 
denn von einem Springen dieser Gemälde ist bis 
jetzt nichts zu sehen. 
Den mit der modernen Maltechnik Vertrauteren 
ist es bekannt, dass gegen das Petroleum vom che- 
misch-wissenschaftlichen Standpunkte mancherlei Ein- 
wände erhoben werden, dass es nie völlig und nicht 
ohne Rückstände trocknet, dass es mit Harziirnissen 
sich nicht mischen lässt, ohne das Harz zu "fällen", 
dass es also für die Firnismalerei eigentlich ungeeignet 
ist. Aber bei Böcklins Firnisfarbe sind diese Uebel- 
stände durch Anwendung von Oelfirnissen (z. B. 
Kutschenlack), die Beigaben von Balsam und Terpen: 
tinöl sehr verringert, die Fällung des Harzes aus 
solchen Lösungen wird, wenn auch nicht vermieden, 
so doch weniger bemerkbar und in der angeriebenen 
i 
 Stünzi (Firma Nicolini 8x Co.) lieferte an Böcklin damals 
zwei Arten von Firnis, einen schnell trocknenden und einen lang- 
sam trocknenden. 
B e rg e r, Böcklins Technik.
        

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