Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455288
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XIV. Erhaltung der Bilder. Schlussbemerkungen. 
Beobachter nichts auszusetzen haben. Diese Bilder 
bestricken durch ihren Farbenzauber, und da sich bis 
jetzt, nach mehr als 40 Jahren, kein Schaden gezeigt 
hat, ist anzunehmen, dass es in künftigen Zeiten, 
falls keine aussergewöhnlichen Zufälle eintreten, eben- 
so bleiben wird. 
Die Oelfarbe muss ja schon längst ihren Trocken- 
prozess beendet haben, und wenn ein Springen der 
Schichten zu befürchten gewesen wäre, hätte sich 
dies inzwischen auch gezeigt haben müssen. 
Wie es mit der Erhaltung der in Firnisfarben 
gemalten Bilder der mittleren Periode des Meisters 
bestellt ist, muss erst abgewartet werden. Aber auch 
bei diesen Bildern ist die Gefahr gering, weil Böck- 
lin stets sehr dünn gemalt hat, niemals mit Asphalt 
oder Lacken in dicken Schichten die Malerei über- 
ging und alles vermieden hat, was als "unsolide" 
Technik erkannt ist. Ein Einwand könnte erhoben 
werden, dass nämlich bei den Firnisfarben die Lösung 
der Harze in Leinöl erfolgte (Kopalfirnis, Bernstein- 
oder Kutschenlack) und solche Harz-Oeliirnisse die 
Tendenz zum Nachdunkeln haben. In der Tat 
hört man ab und zu, dass Bilder dieser Periode an 
Wirkung verloren haben sollen. Firnisfarben haben 
meist die Eigentümlichkeit, dass sie mit der Zeit 
durchsichtiger werden, die Untermalung wird dabei 
stärker sichtbar, deshalb ist es wohl möglich, dass 
sich gewisse Veränderungen zeigen. 
In Florenz hatte Böcklin, wie Landsinger sich er- 
innert, eine Zeitlang von einem dort ansässigen 
Schweizer Lackfabrikanten Stünzi seine Firnisse be-
        

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