Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455248
156 XIV. Erhaltung 
der 
Bilder 
Schlussbemerkungen. 
Lt 
dings ein Astsprung, wie ich vermute, vorhanden, doch ist 
das kein Grund, das Interieur mit dem Kneipenden mit 
einer völlig fremden Farbe zu übermalen. Von der Luft 
gar nicht zu sprechen. Nr. l5 ("Villa am Meer", die hellere): 
Starkes Aufblättern der Farbe überm Garteneingang und 
auch darunter. Durch gelindes Daraufdrücken und Darüber- 
wischen müsste die Farbe abfallen. Am unteren Rahmen- 
rand rechts ist das Meer bedenklich restauriert. Ueberm 
Meer sind eine Anzahl Sprünge; wenn da einmal, wie 
oben links, einige Flächen sich aufheben, dann fällt über- 
haupt der ganze Himmel bis zu zwei Drittel herunter. 
Nr, 25 ("Tod und Herbst"): Links in der Baumgruppe ist 
ein Firnis übergestrichen, welcher wie Schwarte daran- 
hängt. lst dieser ganz trocken und zusammengezogen, so 
wird er auch die untere Farbe mitnehmen und zerreissen. 
Er gehörte abgelöst. Vielleicht wenige Künstler werden 
sich so eingehend mit Tempera- und Harzfarben beschäftigt 
haben wie ich, daher werden auch den meisten diese Schäden 
ungefährlich erscheinen, da sie die Folgen nicht übersehen 
können. Wer aber darum weiss, der kann ruhig voraus 
sagen. dass binnen 20 Jahren solche Verwüstungen ent- 
stehen werden, dass überhaupt nur noch mit Uebermalungen 
in breitester Form eingegriffen werden könnte; was dies 
bedeutet, kann man sich vorstellen, wenn man jetzt schon 
sehen muss, was im kleinen geleistet wird. Man steht ja schon 
leider vor der Tatsache, dass viele Bilder Böcklins reparatur- 
bedürftig sind („Wellenspiel' zeigt auch Schäden), aber 
man sollte den Ruin aufhalten. Die Sprünge sind an 
sich nicht so schlimm, die können ewig bleiben  aber 
wenn erst das Ablösen der Farbe eintritt, dann steht es 
schlimm, sehr schlimm um eines der schönsten Güter, das 
Deutschland besitzt." 
Bei einem sofortigen Besuche der Galerie haben 
wir die tröstliche Gewissheit erlangt, dass der 
Alarmruf nicht nur unberechtigt war, sondern dass 
die angezeigten Schäden zum grössten Teil über-
        

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