Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455114
Bereitung der Holztafeln. 143 
Er liess sich den Grund für die Holztafeln vom Ver- 
golder herstellen oder bezog sie vom Händler fertig 
durch Vermittlung des Kunsthändlers Gurlittft) 
Auch in Zürich malte er anfänglich auf Maha- 
gonitafeln, die er aus der gleichen Quelle zugeschickt 
erhielt. Frey erzählt (S. 88) darüber wie folgt: 
vNach Entzweiung mit diesem (Gurlitt) wählte er Bretter 
von Eichenholz, wovon er bei einem Klavierfabrikanten 
einen ansehnlichen Vorrat erwarb. Wie den schädlichen 
Einliüssen der Zeit entgegenzuwirken wäre, darüber dachte 
er ernstlich- nach und bemühte sich, aus dem Verhalten 
der alten Meister Rat zu schöpfen. Er fertigte die Holz- 
tafeln nicht aus einem Stück, sondern aus dreien, indem 
 er drei dünne Tafeln  doch war die mittlere dicker  
kreuzweis übereinanderlegte, sodass die Fasern der mittleren 
zu denen der beiden äusseren rechtwinklig liefen. Durch diese 
Schichtung, die indessen auch keine volle Sicherheit bieten 
soll, hoffte er das Reissen, Werfen und Verbiegen des 
Holzes zu vermeiden." Dem nämlichen Zwecke diente ein 
auf der Rückseite der Tafel angebrachter harthölzerner Rost, 
den er sogar durch darauf angeschraubte Eisenbänder ver- 
stärkte. um gegen ein etwaiges Arbeiten des Brettes einen 
kräftigen Widerstand zu schaffen." 
„Die dergestalt hergerichtete Holztafel rüstete er in 
ziemlich engem Anschluss an die Weisungen des Theophi- 
lusft) Zuerst klebte er mit Kasein, also mit dem stärksten 
Leim, ein Stück rohe Leinwand über die ganze Fläche, 
dann trankte er diesen Ueberzug mit dünnem, heissen Leim- 
wasser aus Kölner Leim und strich nun schichtenweise den 
warmen Kreidegrund darauf, den er mit Champagnerkreide 
und Kölner Leim bereitete, Für die oberste Schicht ver- 
 Mitteilung von Maler S. Landsinger. 
M) Die Anweisungen {inden sich bei Theophilus Kap, 17 bis 
19 des ersten Buches in vielfacher Uebereinstimmung mit den 
Kap. 113 bis 121 des Cennino Cennini.
        

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