Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455088
140 
XIII. 
Technische 
Einzelheiten. 
Böcklins 
Palette. 
ä 
Zur Bereitung des Grundes benützte er 
Leim mit Schlämmkreide (bianco santo), und hauptsäch- 
lich diente ihm dieser Grund für Bilder, die nicht mit 
Oelfarben begonnen werden sollten (so zur Harz- 
malerei); für Oelmalerei hielt er es für praktischer, 
sich fertig präparierte Leinwand zu kaufen (Schick 
S. 106). Auf ungrundierte Leinwand zu malen und 
die Farben "aussaugen" zu lassen, erklärte Böcklin für 
schädlich, und Schick erzählt von einem Bilde Ruths, 
der in Rom einmal auf unpräparierter Leinwand, die 
hinten, um das Oel aufzusaugen, mit Gipsgrund [d. h. 
Kreide] i) bedeckt war, gemalt hatte, nach Vollendung 
des Bildes sei dieser Grund heruntergenommen und 
gewaschen worden, und infolgedessen seien grosse 
Stücke der Luft abgefallen (Schick S. 103). 
Schick gibt an anderer Stelle die Ansicht Böck- 
lins wieder (S. 336): 
"Viele Maler haben den Glauben, Firnis und Farbe ver- 
wüchse mit der Leinwand zu innigerem Zusammenhange, 
und sie sträuben sich deshalb, auf Holz, Schiefer und 
dergl. zu malen. Die Farbe hält nur durch Ad- 
häsion skraft. Auf sehr glattem Grunde jedoch fasst sie 
nicht gut und reisst gewöhnlich beim Trocknen, so auf 
Glas; Schiefer ist schon rauher auf der Oberfiäche. Ebenso 
reisst auch auf glatt abgekratzten Stellen die Farbe sehr 
 leicht, zumal wenn die Stelle schon hart ist. Um die Glätte 
zu zerstören, ist es darum gut, die Stelle mit Weingeist ab- 
zureiben." 
S) Dass hier, ebenso wie an anderen Stellen, Kreide gemeint 
sein muss, ergibt sich aus dem Zusammenhang. A. a. O. wird 
noch gesagt, ebenso schädlich sei Gipsgrund. Bei Schick ist 
unter "grundierter" Leinwand die gekaufte, mit Oelgrund ver- 
sehene, zu verstehen, unter Gipsleinwand meist die mit Kreide und 
Leim grundierte.
        

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