Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455039
Mische einmal versuchsweise eine Farbe mit Gummi 
und firnisse sie, dann eine ebensolche mit Oel und 
der Unterschied wird sich mit der Zeit immer mehr 
zeigen.  
Für heute 
Für heute genug?    . 
Herzlichen Gruss 
Dein A. Böcklin."  
Die „alten Meister" und die Klarheit und Durch- 
sichtigkeit ihrer Farben, die hatten es ihm angetan! 
Auf der Höhe der Meisterschaft zeichnete er seine 
Stellung zu dieser Frage und die Ziele, die er ins 
Auge gefasst hatte, ungefähr folgeudermassen (Frey, 
Seite 101); 
„Die reinen Temperabilder des vierzehnten und fünf- 
zehnten jahrhunderts haben sich am frischesten erhalten 
und besitzen eine unveränderte Klarheit. Ueber Dauer und 
Schönheit der Farbe kann man sich also nur bei diesen 
Alten Rats erholen, ganz besonders bei den Brüdern van 
Eyck. Indem diese den Zauber der Firnislasuren entdeckten, 
das heisst die Schönheit der in dünner Schicht über einen 
Kreide- oder Gipsgrund gezogenen Firnisfarbe, und bei 
späteren Versuchen auf die Emulsionstempera gerieten, er- 
richteten sie ein sicheres Malsystem, das die feinge- 
stimmteste Farbenpracht mit höchster Plastik vereinigte 
und vor allem ein feineres Abstimmen der Farbe ge- 
tattete als die pure Gummitempera. An diesem System 
hielten die Maler der Frührenaissance fest, bis dann Lion- 
nardo da Vinci kam. Er warf das Halbdunkelproblem in 
die Malerei, das eigentlich ein plastisches und gar kein 
malerisches Problem ist. Dadurch wurden viele Maler 
gegen die Farbe mehr und mehr gleichgültig. Das Halb- 
 dunkel steht noch heute im Vordergrund und herrscht als 
Luftperspektive. Ihr opfern die Maler eine kräftige deko- 
rative Wirkung, Diese ist aber eine erste Anforderung 
an ein Bild. Will man die dekorative Wirkung nicht, so 
genügt ja das Zeichnen und ein kleineres Format. Solange
        

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