Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454978
Kirschgummi-Emulsionen. 
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Er begann vielmehr zu kombinieren, indem er mit der 
Gummitempera des Theophilus untermalte, mit Eikläre 
oder Firnis fixierte und mit Farben fertig malte, die mit 
Bernsteinfirnis, Parabalsam (Kopaivabalsam) und etwas Pe- 
troleum gemischt waren, also mit Firnisfarben .    
Um die Emulsion zu konservieren und Edie Fäulnis de! 
Bindemittel zu verhüten, tat er nur sehr wenig: mit Eigelb, 
das sich am leichtesten zersetzt [nicht leichter als Eiklarl) 
malte er, wie Albert Welt; berichtet, wenigstens bis 1890 
nicht [vergL die Anmerkung] und, wie schon bemerkt, offen- 
bar auch später niemals; Kirschgummi fault nur langsam 
und war ja durch den Zusatz von Terpentin, Kopaivabalsam 
und Petroleum, sowie durch das erneute Aufkochen vor 
Verderbnis geschützt. Ueberdies schloss ihn Böcklin im 
Gefäss vor der Luft durch eine dünne, darübergegossene Oel- 
schicht ab. Eikläre muss immer frisch geschlagen werden 
und trocknet, wenigstens in kleinen Quantitäten, eher stein- 
hart auf, als dass sie verdirbt; zudem hat Böcklin in den 
letzten Jahren Borax unter das Eiweiss genommen, aller- 
dings nicht nur, um der Fäulnis vorzubeugen, sondern auch, 
um dem Bindemittel mehr Konsistenz verleihen. Uebrigens 
war er gegen allfällige Düfte der Malmittel nichts weniger 
als verzärtelt und lachte über die Maler, die mit Wohlge- 
rüchen malen." 
Wenn man einen strengeren Masstab an die oben 
beschriebenen vielfachen Variationen der Gummi- 
Emulsion anlegt und durch einschlägige Versuche sich 
über deren Zweck vergewissert, dann kommt man zu 
dem Resultat, den Begriff der Emulsion etwas erweitern 
zu müssen. Eigentliche Emulsionen sollten, einmal 
mit Wasser verdünnt, in dem suspendierten Zustande 
verbleiben. Dies ist bei den Kirschgummi-Emulsionen 
oder weniger Einfluss haben wird. Böcklin wusste dies ganz 
gewiss aus seinen vielfachen früheren Versuchen mit Eitempera 
in München und Florenz. 
Berger, Böcklins Technik. 9
        

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