Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454914
Kirschharztempera. 
für 
Rezept 
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noch einmal aufgekocht, während wiederum 
triebenen Unreinheiten abgeschöpft wurdenf) 
die 
aufge- 
Mit dieser Emulsion rieb nun Böcklin die Farben an. 
Er malte zum Teil mit ihr, zum Teil mit Wasser. Zwischen 
hinein firniste er gelegentlich mit Balsam Copaivae und 
darüber malte er wieder mit der Emulsion. FürWeiss nahm 
er dieses Bindemittel nicht, sondern geschlagenes Eiweiss, 
das wieder flüssig geworden war. 
Diese Malerei passte ihm vollkommen für seine Zwecke: 
Leuchtende Farben, Klarheit bis in die tiefsten Dunkelheiten, 
Möglichkeit der zeichnerischen Vollendung. Vor allem ver- 
langt diese Farbe Präzision, ein Herumtasten bezw. 
„Schmieren", wie die Oelfarbe es erlaubt, gibt es nicht." 
Im Vergleich mit dem oben angeführten Rezepte 
des Theophilus hat Böcklin an der Kirschgummitempera 
eine eingreifende Veränderung durch die Beigabe 
von Petroleum, Terpentin (ob Terpentinessenz oder 
venet. Terpentin ist fraglich) und Balsam copaivae 
vorzunehmen für gut befunden; und die Gründe hie- 
für sind leicht einzusehen, weil er durch diese Bei- 
gaben und innige Verrührung derselben eine Art Emul- 
sion her-stellte, die eine Verwandtschaft mit seinem 
Zwischenmedium, dem Balsam copaivae, hatte. Die 
Schichten konnten sich dann besser aneinanderschmie- 
gen als bei der Oeliirniszwischenschicht des Theo- 
philus. Einschlägige Versuche lehren, dass Kirsch- 
gummi allein sehr leicht Sprünge verursacht, beson- 
 Dass sich Frau Böcklin als eine Meisterin in der Her- 
stellung dieses Bindemittels erwies (s. Frey, S, 83), ist nicht zu- 
treffend. Sie wählte nur die hellsten Stücke mit Sorgfalt aus und 
löste sie in Wasser auf, um ein möglichst klares Bindemittel zu 
erhalten (Mitteilung von Carlo Böcklin). 
        

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