Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454866
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XI. Züricher Zeit. 
den Malmittel war in Florenz, durch Annäherung an 
den Correggioiirnis des Armenini ein anderes Binde- 
mittel für den Farbkörper entstanden, bei dem der 
Kopallirnis das festeste war, Während Venetianer 
Terpentin zum Geschmeidigermachen, Petroleum zum 
Verdünnen und längerem Nasshalten dient. Ter- 
pentinessenz als Zugabe an Stelle von Petroleum be- 
schleunigt zwar die Trocknung, würde aber durch 
das schnelle Verdunsten die Malfähigkeit der Farben 
beeinträchtigt haben. Floerke (S. 164) berichtet, dass 
Böcklin auch in Zürich seine "Firnisfarbe" stetig zu 
bessern bestrebt war, wie folgt: 
„Er hat mal wieder (November 1885, Zürich) ein neues 
Malmittel eerfunden. Nach Tempera, Petroleum, reinem, 
Leim, Fresko und Gott weiss was, braucht er nun einen 
Firnis, der wie reiner Leim aus dem Pinsel fiiesst, Das 
erste Bild, welches er damit gemalt hat, ist in der Tat 
weniger spröd als andere, sondern weich, morbido, im Vor- 
trag an Tademas Marmor etwa erinnernd ("Vinum opti- 
mum"). Der Firnis besteht aus sechserlei: gekochtem 
Leinöl, Bernstein, Mastix, Balsam copaive, Petroleum und 
Terpentin. (Er hat in seinem Leben Kameen geschnitten, 
gebildhauert, farbige Skulpturen gemacht, Fresken gemalt, 
die alte Tempera wieder neu belebt, mit purem Leim, mit 
Petroleum etc. gearbeitet und nun benützt er wieder ein 
Malmittel, durch welches faktisch der Vortrag seiner letzten 
Bilder (seit dem „Vinum optimum") etwas besonders Weiches 
und Flüssiges erhalten hat. Es steckt noch ein Stück alter 
Künstlerschaft in ihm, die noch etwas gelernt und erfahren 
haben musste und den goldenen Boden selbsterworbener 
Technik hochachtete)" 
Fast zwei Jahre später ändert Böcklin immer 
noch an der Zusammensetzung seiner Firnisfarbe. 
Wir lesen bei Floerke (S. 165):
        

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