Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454809
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und 
Temperamalerei 
Fimisfarbe. 
Farbschichte eine Lage v_0n schnell hartwerdendem 
Firnis (Bernstein- oder Kopalfirnis) auf, so reisst die 
obere Schichte, durch das Zusammenziehen beim 
Trocknen veranlasst; ja bei fortgesetztem Zusammen- 
ziehen reisst dann die untere Schicht mit. Dies ist auch 
der Fall bei Oelfarbe, die bekanntlich während des 
Trockenprozesses durch Sauerstoffaufnahme ihr Vo- 
lumen vergrössert, sich also ausdehnt?) Dass die innere 
Festigkeit des Bindemittels durch reichlichen Farben- 
pulverzusatz leidet, ist ebenfalls ganz richtig, wenn 
man bedenkt, dass eine zu Wenig Bindemittel ent- 
haltende Farbe eben nicht genügend bindet und, statt 
glänzend, matt auftrocknen wird. In richtiger Konse- 
quenz dieser Tatsachen musste Böcklin für sein System 
der Malerei nicht mehr Untermalung, Uebermalung 
und Firnis mit verschiedenen Bindemittteln vornehmen, 
sondern für alle drei Operationen ein und dasselbe 
wählen. 
1879, da Landsinger in Florenz mit dem Meister 
in Beziehung trat, hatte Böcklin diese Wandlung 
von der Oeltechnik zur Malerei mit "Firnisfarbe" 
schon vorgenommen. Zum Anreiben der Farben und 
zum Firnissen, wenn dies überhaupt nötig war, be- 
diente er sich einer Mischung von 1l2 Teil Kopallack 
k) Bei Lasius, S. 66, findet sich der Ausspruch Böcklins; "Es 
ist doch klar, dass eine feuchte Farbe unter einer trockenen 
Schicht arbeitet, sich dehnt und schliesslich die überdeckende 
Schicht zersprengt. So etwas kann bei Tempera nie passieren. 
Diese verdammten Oelfarbenl Die unterste Schicht muss immer 
die härteste sein. Das ist die Grundierung. Die muss sorgfältig 
gemacht werden, damit sie nicht reisst."
        

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