Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454798
zur Firnisfarbe. 
Uebergang 
lll 
hält also die völlige Trocknung der Oelfarbe auf. 
Schick erzählt (S. 211), welches Missgeschick dadurch 
entstand, dass Böcklin den "Petrarka", der "mit K0- 
paivabalsam gemalt und noch ziemlich frisch war", 
von Rom nach Basel schickte und dabei zum Schutze 
die Bildfläche mit Papier, das mit Unschlitt bestrichen 
war, bedeckte. In Basel angekommen, hatte der Talg 
die Farbe und den Balsam durchdrungen und die 
Schichte weich und verschiebbar gemacht. Böcklin 
kratzte soviel als möglich von der Malerei ab und 
war genötigt, das Bild ganz neu zu malen. Die 
Schuld traf zweifellos den Balsam; die Arbeit von 
Monaten war so vernichtet worden. Wollte demnach 
Böcklin seine Oelfarbentechnik in irgend einer Hinsicht 
verbessern, so musste er darauf bedacht sein, die innere 
Festigkeit des Malmittels zu vergrössern. Dass diese 
Annahme berechtigt ist, zeigt die Notiz bei Floerke 
(S. 163), in der Böcklins Ansicht wiedergegeben ist; 
"Malerei ist ein Ueberzug. Bei jedem, der halten soll, 
muss die untere Schicht die härteste sein. Das Bindemittel 
ist das Härteste, jede Zutat von Farbe erweicht dasselbe: 
Also wenig Farbe, Farbe ruiniert. Es entstehen Risse, 
wenn man das Härtere nach oben nimmt." 
Diese Erklärung der physikalischen Natur einer 
Malerei ist im Zusammenhang mit den Erfahrungen 
Böcklins mit Oel- und Temperamitteln leicht zu ver- 
stehen: Wenn der Ueberzug, d. h. die ganze auf den 
Grund aufgetragene Malerei eine homogene Masse 
bilden soll, so müssen auch die Schichtungen unter- 
einander gleich fest sein. Trägt man z. B. auf-einer 
weichen, also noch nicht gut getrockneten, oder bei Ge- 
brauch von Kopaivabalsam kaum jemals absolut festen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.