Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454780
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Temperamalerei 
und 
Firnisfarbe. 
durch ein Konservierungsmittel zu vermeiden, hatte 
er unterlassen; entweder weil ihm ein geeignetes nicht 
bekannt war, oder weil er den sonst verwendeten Essig 
nicht für einwandfrei gehalten haben mag?) 
Für die Technik der Florentiner Periode 
ist neben der Tempera die Umwandlung der früheren 
Oeitechnik in die "Firnisfarbe" von Bedeutung. 
In dieser Technik hat der Meister die meisten und 
vielleicht die farbenglühendsten Bilder dieser an her- 
vorragenden Werken so reichen Zeit geschaffen. Es 
mag ja sein, dass ein Mann, wie Böcklin, der immer 
nur sein Ziel darin sah, die koloristische Wirksamkeit 
seiner Mittel zu steigern, niemals mit dem Erreichten 
zufrieden war, stetig daran verbesserte und aus Ver- 
langen, dem Neuen Vorteile abzuringen, ein neues 
Verfahren versuchte; wir aber müssen dennoch trachten, 
den äusseren Ursachen nachzuspüren, warum er eine 
früher geübte Technik fallen liess. 
Treten wir der Frage näher, was für Nachteile 
wohl an der noch in München gepflegten Oeltechnik 
angehangen haben könnten, so scheint rnir der Um- 
stand von Belang zu sein, dass Böcklin in dem lang- 
samen Trockenprozess des Oeles ein Hindernis ge- 
sehen haben mag. Dazu kommt noch die oft reich- 
liche Anwendung des Kopaivabalsams, von dem wir 
aus Schicks Aufzeichnungen Kenntnis haben (s. oben 
S. 45). Kopaivabalsam ist ein sogenanntes Weichharz, 
das eigentlich niemals vollkommen fest wird; es 
i) Von Chemikern wird die Gefahr des Essigzusatzes für 
einige Farben, wie Ultramarin und Bleiweiss, bestätigt und 
neuestens K_arbo1, Toluol, Gojakol u. a. empfohlen bezw. verwendet.
        

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